Die Geschichte der Vineyard Aachen
Die Geschichte der Vineyard Aachen begann in der Evangelischen Kirche in Stolberg. Birgit Schindler war dort ab 1984 Pfarrerin und startete im Juli 1984 zusammen mit einem Ehepaar einen Hauskreis. Es folgte ein erster Grundkurs des Glaubens, aus dem sich schnell drei weitere Hauskreise entwickelten.

1984 - 1992

In den Jahren 1984 bis 1992 wurden immer wieder neue Grundkurse des Glaubens angeboten, aus denen sich neue Hauskreise entwickelten, da in fast jedem Kurs mehrere Menschen zum Glauben kamen. Zu den Hauskreisen hinzu kamen Lobpreis- und Gebetsabende, Seelsorgeschulungen, Jüngerschaftskurse, Eheseminare, Sommerfreizeiten und Wochenendtagungen. Auch die Arbeit der Kirchengemeinde wurde durch die neuen Leute der Hauskreisarbeit bereichert: Sie arbeiteten im Kindergottesdienst, im Konfirmandenunterricht, in diakonischen Arbeitsbereichen und überall da mit, wo sie gebraucht wurden.

1992 - 2004

Leider hatte das Presbyterium der Kirchengemeinde mehr und mehr Probleme mit der evangelikal-charismatischen Ausprägung dieses Arbeitszweiges und eine weitere Zusammenarbeit war schließlich nicht mehr möglich. So formierte sich der innerste Kreis der Hauskreisarbeit 1993 zur eigenständigen Philippus-Gemeinschaft unter dem Dach der Geistlichen Gemeindeerneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE). Die Philippus-Gemeindschaft zog nach Aachen-Verlautenheide um, wo für kleinere Treffen ein Raum angemietet werden konnte. Die Gottesdienste wurden zunächst monatlich in den Räumen einer befreundeten Gemeinde im Zentrum von Aachen gefeiert.

Da es für den Aufbau einer eigenständigen Gemeinde einiges an Fortbildungsbedarf gab, knüpfte Birgit Schindler Kontakt zur Vineyard Bern (damals noch Basileia Bern) und es entwickelte sich ein reger Kontakt zwischen beiden Gemeinden: Mitarbeiter der Vineyard Bern wurden als Referenten zu Seminaren eingeladen, Philippus-Mitglieder besuchten die Vineyard Bern und gemeinsame Tagungen in Deutschland wurden veranstaltet. Da in beiden Gemeinden vom ersten Augenblick an eine starke Übereinstimmung in Zielen, Werten und Prioritäten empfunden wurde, schloss sich die Philippus-Gemeinschaft 1996 der weltweiten Vineyard Bewegung an und wurde zur heutigen Vineyard Aachen.

Im Dezember 1994 zog die Gemeinde dann mehr ins Zentrum Aachens, wo in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude angemietete Räume die Möglichkeit boten, alles unter einem Dach zu vereinen: Gottesdienste, Büros, Kurse, Kindergruppen und sogar manche übergemeindliche Arbeit hatten dort ihren Platz. Wurden anfangs zunächst anderthalb Etagen angemietet, so konnte man sich später auf zweieinhalb Etagen ausbreiten, denn der Gottesdienstraum war schnell zu klein geworden.

2004 - heute

2004 stand wieder ein größerer Umbruch an: Wegen baulicher Maßnahmen standen die genutzten Gemeinderäume nicht länger zur Verfügung und ein neuer Platz für die Gemeinde musste gefunden werden. Anfang 2005 konnte die Kirche St. Martin im Aachener Nordviertel zunächst zur Miete bezogen und im Oktober dann käuflich erworben werden. Damit nahm eine Priorität sichtbare Formen an: Vineyard sucht die Einheit der Christen in der Stadt und geht diesen Weg schon seit geraumer Zeit. Durch den Kauf der katholischen Kirche und die Nähe zur katholischen Gemeinde St. Martin hat sich eine gute Nachbarschaft entwickelt, die für beide Gemeinden fruchtbar ist und dazu dient, ein Zeichen der Einheit in Aachen zu sein.

Doch auch etwas anderes können wir durch unser neues Domizil besser leben: Wir sind durch unsere größere Sichtbarkeit in unserem Stadtviertel präsenter. Da Aachen Nord für ein paar Jahre als „Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf“ besondere Aufmerksamkeit im Rahmen der Stadtentwicklung genießt, wurde ein Arbeitskreis gegründet, und Gelder für Projekte wurden genehmigt. Akteure im Stadtviertel rückten zusammen, und wir sind dabei. So wurden wir Mitglieder des AK Liebigstraße, veranstalten zusammen mit dem AK seit einigen Jahren einen Stadtteilweihnachtsmarkt vor unserer Kirche, konnten unsere Stadtteiljugendkneipe G-Light Bar mittels Fördergeldern starten (sie wird nun ehrenamtlich weitergeführt) und bekamen im Rahmen eines Stadtteilbeteiligungsprojektes ein Mosaik für unsere Kirchenfassade. Auch für Sauberkeit und gegen Vandalismus im Stadtviertel haben wir uns schon engagiert. Aber auch weitere Aktivitäten sind neu entstanden, so etwa der Seniorenclub „Backfische“, der heute noch existiert, eine Pilatesgruppe für Frauen, jeweils für ein paar Monate eine Theater AG für die Kinder der nahen Grundschule oder Deutschunterricht für Flüchtlinge. Insgesamt sind wir durch unsere neue Kirche gesellschaftsrelevanter geworden.