Mit der Bibel im Alltag leben
5x7 - Ein Vertiefungskurs in 5-Wochen-Modulen
Bibellesen gehört zu den elementaren Übungen eines Christen, denn die Bibel lädt uns ein zu einer Begegnung mit Gott. Sie hilft uns zu sinnvollem Leben und getröstetem Sterben. Sie ist unser Maßstab und unsere geistliche Nahrung. Lockt es mich, sie jeden Tag zu lesen und meine Kraft aus ihr zu beziehen? Ist sie eher ein Buch mit sieben Siegeln für mich? Oder geht es mir wie dem Mann aus Äthiopien in Apostelgeschichte 8, der jemanden braucht, um sie ihm zu erklären? Wie können wir die Bibel verstehen? Wie können wir sie lesen und uns von ihr nähren?
Solchen und ähnlichen Fragen stellt sich »Mit der Bibel im Alltag leben«, das zweite Modul des neuen Vertiefungskurses »5x7«, der von der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE) herausgegeben wird. Das Besondere dieses Kurses, dessen Module jeweils über einen Zeitraum von fünf Wochen in Gemeindegruppen oder auch individuell bearbeitet werden können, liegt in seiner Vertiefung durch tägliche Übungen. Angelehnt an die ignatianische Exerzitienpraxis erhalten die Teilnehmenden Anleitungen, wie sie das jeweilige Wochenthema in täglicher Stille, Meditation und Gebet für ihr Leben entfalten können. Die persönliche Spiritualität wird dabei durch Austausch in einer Kleingruppe oder Zweierschaft und, je nach Bedarf, auch durch seelsorgerliche oder geistliche Begleitung ergänzt.
Birgit Schindler: Mit der Bibel im Alltag leben
Modul 2 des Vertiefungskurses 5 x 7
GGE-Verlag Hamburg
1. Auflage 2011
104 Seiten
ISBN 978-9812055-7-2
Zu bestellen bei:
Vineyard Aachen, Liebigstr. 10-12, 52070 Aachen, Tel. 0241 / 50 14 44
buero@vineyard-aachen.de
Paperback, 8,95 €, Staffelpreis ab 10 Büchern: 7,- € das Stück, jeweils plus Versandkosten
Einleitung
Lange habe ich von einem Vertiefungskurs für unsere Gemeinde geträumt und verschiedene Ansätze ausprobiert. Viele wünschen sich geistliches Wachstum in ihrem Leben. Sie wünschen sich, dass das, was sie wissen, in ihrem Leben praktisch wird und im Alltag Auswirkungen hat. Und so hatten wir schon verschiedenste Tagungen und Konferenzen in der Gemeinde zu Themen des Christseins. Doch an Wissen mangelt es den meisten nicht, sondern daran, dass sie es nur schlecht in ihren Alltag transportieren können.
2006 habe ich klassische ignatianische Exerzitien kennen gelernt. Dabei schweigt man zehn Tage lang, hält täglich vier Gebetszeiten von jeweils einer Stunde und reflektiert die Erfahrungen dieser Zeiten täglich in einem Einzelgespräch mit einem Begleiter. Dadurch habe ich erfahren, wie praktisch vertieft werden kann, was man theoretisch weiß. Lange gekannte biblische Wahrheiten schlugen dabei tiefer in mir Wurzeln als zuvor.
Die Auswirkungen des Erkannten und Erfahrenen im Alltag sind nachhaltig und dauerhaft. Im Blick auf das Thema Vertiefungskurs war es mir, als hätte ich durch meine Exerzitienerfahrungen ein Puzzlestück geschenkt bekommen, das vorher fehlte. Und so habe ich einige Aspekte von geistlichem Leben aufgegriffen, sie im Stil von sogenannten »Exerzitien im Alltag« vertieft und in Module von jeweils fünf bis sechs Wochen Dauer »verpackt«, so dass die Chance größer ist, das Gehörte im Alltag umzusetzen.
Dieser Kurs mit dem Thema »Mit der Bibel im Alltag leben« ist die zweite Veröffentlichung einer Reihe mit verschiedenen weiteren Modulen, die als Serie erscheint.
Stilistisch habe ich die Form der mündlichen Rede und Anrede bewusst beibehalten, da es sich um einen Kurs und kein Buch im klassischen Sinn handelt. Der Einfachheit halber benutze ich fast immer die männliche Form, die Leserinnen mögen sich bitte ebenso angesprochen fühlen.
Anleitung für die Kursgestaltung
Es ist möglich, den Kurs in Gemeinden oder Kleingruppen durchzuführen. In seiner hier vorliegenden Grundform geht der Kurs über fünf Wochen mit einem Abschlussabend in der sechsten Woche. Zur weiteren Vertiefung kann fakultativ noch ein Zusatzabend eingeplant werden, der den Kurs um eine Woche verlängert. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, während des Kurses einen verbindlichen Ansprechpartner oder Seelsorger zu haben, falls Dinge aufbrechen, die man alleine nur schwer bewältigen kann. Menschen mit Depressionen oder anderen psychischen Vorerkrankungen sollten den Kurs, wenn möglich, nur mithilfe fachlicher Begleitung machen.
Folgende Kontexte eignen sich nach meiner Erfahrung besonders gut für die Durchführung:
1. Der Kurs findet in der Gemeinde statt: Man trifft sich an einem Abend pro Woche und beginnt mit einer Anbetungszeit, gemeinsamem Singen oder einer Stilleübung (je nach Spiritualität der Gemeinde). Danach folgt ein Referat, dann feste Austauschgruppen, in denen über das Gehörte gesprochen wird. (Ab dem zweiten Abend ist es umgekehrt.) Zum Schluss werden die Impulse für die nächste Woche erläutert. Dieses Modell ist der ursprüngliche Rahmen, für den der Kurs gedacht ist.
2. Man hält den Kurs im Hauskreis: Zu Beginn liest man den Vortrag entweder gemeinsam oder bestimmt für jeden Abend eine Person, die das Referat hält, danach tauscht man in der Gruppe seine Erfahrungen aus. (Ab dem zweiten Abend ist es umgekehrt.) Dann werden die Impulse für die Woche besprochen. Auch andere Aufteilungen sind denkbar: Man liest die Hälfte eines Abendvortrags und nimmt einen Gebets-Impuls für jeweils zwei Tage. Oder man liest den Vortrag zu Hause, so dass man im Hauskreis mehr Zeit für den Austausch hat.
3. Den Kurs als Predigtserie halten: Hierbei hält man die Referate als Predigtserie, gibt die Impulse für die Woche mit und bespricht die Erfahrungen entweder in speziell für diesen Kurs gegründeten Austauschgruppen, im Hauskreis oder in einer verbindlichen Zweierschaft
4. Der Kurs als Hilfe zur geistlichen Begleitung oder zur Begleitung in Jüngerschaft: In diesem Fall nimmt der Begleiter den Kurs zur Hilfe, um den Begleiteten dabei zu unterstützen, mit der Bibel vertrauter zu werden. Er kann sich entweder selbst von den Themen und Impulsen inspirieren lassen und einzelne Themen im Gespräch mit dem Begleiteten weitergeben oder den Kurs sozusagen als »Hausaufgabe« mitgeben und die weiteren geistlichen Schritte der jeweiligen Person begleiten.
5. Man arbeitet den Kurs allein durch: Auch das ist möglich. Hier geht jeder in seinem eigenen Tempo voran, liest die Ausführungen und macht die Übungen. Gut wäre es allerdings, den Kurs nicht ganz allein zu bearbeiten, sondern sich eine zweite Person zu suchen, die ihn auch macht, und sich regelmäßig mit dieser Person zu Austausch und Gebet zu treffen.
Drei Zielgruppen sind für diesen Kurs denkbar:
- Anfänger im Glauben; Menschen, die vielleicht einen Glaubenskurs besucht haben und sich nun ernsthaft auf den Weg des Glaubens begeben wollen.
- Menschen, die schon lange mit Jesus gehen, aber empfinden, dass sie zwar viel biblisches Wissen im Kopf, aber zu wenig in ihrem Herzen haben. Sie sehnen sich nach Vertiefung, einer stärkeren Verwurzelung in Jesus und einer Durchdringung ihres Alltags mit dem Evangelium.
- Auch Menschen, die noch keine Christen sind, können an dem Kurs teilnehmen, wenn sie mit der Bibel vertrauter werden wollen.
Birgit Schindler
Birgit Schindler ist evangelische Theologin und Leiterin der Vineyard Aachen und der Region Westdeutschland Mitte.
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