Die Speisung der Fünftausend
von Birgit Schindler
Da liegen sie: Fünf Brote und zwei Fische.
Meine fünf Brote und zwei Fische. Das, was ich Jesus bringen kann: Meine begrenzten Fähigkeiten, meine kleine Kraft, meine Zeit, das was ich habe und kann.
Und davon sollen fünftausend satt werden? Fünftausend hungrige Menschen?
Da sind die verschiedenen Mitglieder meiner Familie mit ihren unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen. Wie soll ich sie stillen? Wie kann ich ihnen die Liebe geben, die sie brauchen?
Da ist mein Beruf mit seinen unterschiedlichen Anforderungen und der immer wiederkehrenden Frage: Schaffe ich heute mein Pensum? Werde ich den Anforderungen gerecht? Wie soll ich umgehen mit den verschiedenen Bedürfnissen und Reibereien im Kollegenkreis?
Da ist mein Hauskreis nach einem anstrengenden Arbeitstag, das Seelsorgegespräch und der Mensch in Not, der meine Hilfe erwartet.
Ich möchte so gerne, dass die Menschen satt werden, dass sie etwas mitnehmen aus dem Abend. Dass ihnen geholfen wird. Dass es den Kindern gut geht, dem Ehepartner und den Eltern.
Ich möchte so gerne, dass die Menschen zum Glauben finden, dass der Heilige Geist heute wirkt, dass die Menschen berührt sind von Gott.
Wie kann ich die Menschen nur satt bekommen??
Jesus sagt: "Gib du ihnen zu essen".
"Aber ich habe doch nur fünf Brote und zwei Fische. Wie soll ich das machen? Das schaffe ich nicht."
Und Jesus sagt: "Gib mir doch, was du hast".
Er dankt dafür, segnet es, gibt es mir zurück, ich gebe es weiter und alle werden satt.
Es ist ein Geheimnis: Jesus nimmt das Wenige, das ich ihm gebe, und unter seinen Händen wird es so viel, dass alle satt werden.
Mein Weniges reicht aus. Er sagt nicht: "Wie, hast du nicht mehr? Streng dich mal etwas an! Du hättest doch vorsorgen können!"
Es reicht aus. Es ist genug. Das, was ich habe, ist genug!!!
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