Hauskreise: die kleinsten Zellen der Vineyard
Was ist ein Hauskreis?
Ein Hauskreis ist eine kleine Gruppe innerhalb der Gemeinde, die versucht, dem neutestamentlichen Modell von Gemeinde wieder etwas näher zu kommen.
- Er trifft sich in der Regel wöchentlich in einer Privatwohnung.
- Geleitet wird er von ein bis zwei Hauskreisleitern/innen, die im Rahmen der Vineyard Begleitung und Hilfestellung erfahren.
- Die Teilnehmerzahl beträgt ca. 5 bis 12; wenn der Kreis größer wird, teilt er sich.
Der Ablauf eines Abends bzw. sein Inhalt sieht folgendermaßen aus:
- Anbetung mit Liedern
- Gespräch über ein Thema unseres Lebens als Christ
- Gebet miteinander und füreinander
- Gegenseitige Hilfe, den Glauben im Alltag zu verwirklichen
Dadurch entsteht Vertrauen untereinander, das auch über den Kreis hinaus seine Auswirkungen hat. Doch nicht wir haben die Hauskreise erfunden, eigentlich ist die Idee der Hauskreise schon uralt.
Kleine Geschichte der Hauskreise:
- Von den Christen der Urgemeinde wird berichtet, dass sie sich neben den Zusammenkünften im Tempel in ihren Privathäusern trafen (Apostelgeschichte 2, 46; 5, 42). 46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen [Apostelgeschichte 2, 46 | Luther-Bibel] 42 Unbeirrt lehrten sie Tag für Tag im Tempel und in den Häusern und verkündeten die Gute Nachricht von Jesus, dem versprochenen Retter. [Apostelgeschichte 5, 42 | Gute Nachricht-Bibel]
- Auch die Gemeinden, mit denen Paulus zu tun hatte, kamen in den Häusern einzelner Gemeindeglieder zusammen (Römer 16, 5,11; Kolosser 4, 15, u.a.). 5 Grüßt auch die Gemeinde, die sich in ihrem Haus versammelt. [...] 11 Grüßt meinen Landsmann Herodion und die Christen im Haus von Narzissus. [Römer 16, 5,11 | Gute Nachricht-Bibel] 15 Grüßt die Brüder und Schwestern in Laodizea, besonders Nympha und die Gemeinde in ihrem Haus. [Kolosser 4, 15 | Gute Nachricht-Bibel]
- Luther beschrieb den Hauskreis in seiner Vorrede zur deutschen Messe 1526 als dritte Form des Gottesdienstes.
- Während Luther allerdings noch nicht die Menschen dazu fand, sein Vorhaben zu verwirklichen, griff der lutherische Pfarrer Spener 1675 diese Konzeption auf und begann, Hauskreise aufzubauen.
- Seit dieser Zeit gibt es Hauskreise in unterschiedlicher Ausprägung und regional verschiedener Verbreitungsdichte.
Seit ca. 1975 ist die Zahl der Hauskreise in der evangelischen Kirche sprunghaft angestiegen. Der Hauskreis scheint eine Form der Gemeindearbeit zu sein, die heute besonders anspricht. Gemeinden, in denen die Zahl der "Aktiven" wächst, haben meist mehrere Hauskreise. Diese Entwicklung kann in der katholischen Kirche ebenso festgestellt werden.
Was wird damit verwirklicht?
- Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen, denn die Leitung der Hauskreise wird von Gemeindegliedern wahrgenommen.
- Die Anonymität einer großen Gemeinde wird überwunden und die im Glaubensbekenntnis bekannte Gemeinschaft etwas konkreter.
- Glaube und Alltag rücken näher zusammen.
- Gemeinde wird ein Stück Heimat.
- Mitarbeiter der Gemeinde finden einen persönlichen Rückhalt für ihr Engagement.
- Neue Mitarbeiter werden hinzugewonnen.